Das erstes Saisonspiel bei einem Aufsteiger gestalten zu müssen ist immer eine undankbare Aufgabe, schließlich ist dieser meist noch von besonderer Euphorie erfasst. Noch dazu musste Trainer Jörg Wassong auf die verletzten bzw. angeschlagenen Johannes Schmitz, Dominik Poth und Tobias Kolf verzichten. Dennoch, er konnte auf eine schlagkräftige Truppe bauen und sogar noch den einen oder anderen Spieler an die "Zweite" abgeben. Mit Michael Müller begann zudem ein Spieler, der aus der eigenen A-Jugend gekommen war. Thomas Mertens und Dennis Otto tauschten ihre Positionen gegenüber dem Pokalauftritt gegen Mutscheid, so dass Mertens hinten links und Otto im linken Mittelfeld begann.

Das Spiel begann sofort mit hohem Tempo: Sötenich bemühte sich um Spielkontrolle und hatte auch leichte Feldvorteile, Chancen waren in der ersten Viertelstunde dennoch Mangelware. Nach einem individuellen Fehler des Gegners erkämpfte sich schließlich Michael Recher den Ball und vollendete mithilfe des Innenpfostens zum 1:0 (20.).

Die Gastgeber waren jedoch keineswegs geschockt, forcierten das Tempo und kamen schließlich  nach einer knappen halben Stunde zum verdienten Ausgleich. In der Folgezeit erhöhte Sötenich das Tempo weiter und brachte die Abwehr der SG zeitweise in Schweirigkeiten, das Tor fiel jedoch nicht, auch dank eines zweifach hervorragend reagierenden Torwarts Diefenbach.

Auf der Gegenseite hatten auch die Gäste einige aussichtsreiche Positionen, jedoch wurden diese nicht genutzt. Oft, weil das Schuhwerk, wie so oft in Auswärtsspielen auf Rasenplätzen, nicht den Umständen entsprechend war (!!!).

Kurz vor dem Pausenpfiff traf der Sötenicher Stürmer dennoch mit einem schönen Schuss aus 19 Metern, den die Abwehrbeine der SG nicht mehr blocken konnten.

Zur zweiten Halbzeit brachte Wassong schließlich Michael Kastenholz, ebenfalls erst 19 Jahre jung, für den Routinier Daniel Haep auf den Abwehflügel. Das Spiel änderte sich kaum, leichte Vorteile für Sötenich, zunächst wieder ohne dass die Angriffe zwingend waren. Die SG DaSch spielte weiter konzentriert und engagiert und ließ kaum etwas zu.

Nach einer knappen Stunde erkämpften sich die Gäste mehr und mehr Spielanteile und hatten ein paar gute Gelegenheiten. Enrico Godknecht nutzte dann die Gelegenheit, mit ein wenig Glück und nach Doppelpass mit dem Gegenspieler verwertete er eine Flanke zum umjubelten 2:1 (60.). Wenige Zeigerumdrehungen später hätte Godknecht darüber hinaus das 3:1 machen müssen, jedoch zögerte er freistehend aus kurzer Distanz und der Abwehrspieler konnte blocken.

Sötenich wirkte ein wenig geschockt, ein anfängliches Aufbäumen wich mit fortgeschrittener Spieldauer einer gewissen Verzweiflung. Die Fehlpässe auf Seiten der Hausherren häuften sich und es wirkte fast, als hätten sie sich aufgegeben. Dennoch kamen sie nach 75 Minuten, mehr oder minder aus heiterem Himmel, doch noch zum Ausgleich. Und es sollte schlimmer kommen: Nach 80 Minuten liefen die Gäste in einen Konter, und Sötenich nutzte die 2 gegen 1 Situation klug aus.

Mehr und mehr nahm nun auch der Schiedsrichter, der eine Stunde lang eine gute Leistung zeigte, Einfluss auf das Spiel. Nachdem er bereits beim Stande von 2:1 zweimal fälschlicherweise auf Abseits entschieden hatte und Halilic und Müller damit doppelt die Chance genommen hatte, alleine vor dem Torwart für die Vorentscheidung zu sorgen, gab er den Gästen ein reguläres Tor zum 3:3 nicht. Der Torwart von Sötenich ließ einen harmlosen Schuss aus der Hand fallen, dieser prallte auf Halilic, der zum 3:3 traf. Der Schiedsrichter, von den Sötenicher Spielern nur "Manni" genannt, sah ein Foulspiel von Halilic, der Torwart hätte den Ball in der Hand gehabt. Diese Meinung hatte er exklusiv.

In den letzten Minuten versuchte die SG DaSch nochmal alles, hatte jedoch nur noch eine gute Chance auf den Ausgleich. Sötenich hingegen traf zum 4:2 und hatte noch die eine oder andere Gelegenheit zu erhöhen.

Fazit: Es war nicht alles schlecht gegen eine Mannschaft mit Verbands- und Landesligaerfahrenen Spielern und reifer Spielanlage. Dennoch ist in den nächsten Spielen eine deutliche Steigerung notwendig, sonst droht wieder einmal der fast schon zur Tradition gewordene Katastrophenstart.

Aufstellung: M. Diefenbach; D. Haep (ab 46. M. Kastenholz), A. Recher, A. Seeger, T. Mertens; M. Müller, M. Schramm, D. Otto (ab 65. T. Kastenholz); M. Recher; M. Halilic, E. Godknecht (ab 70. F. Gobelius)

   
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