Im Spiel gegen Feytal ging es für die SG um die Wurst: Beide Teams waren punktgleich und somit gleich erfolglos in die Saison gestartet, vor allem bei Feytal hatte man sich sicherlich mehr vom Saisonbeginn erwartet. Die Gäste traten verrückterweise in St. Pauli-Aufwärmtrickots ohne Nummern an, ein Witz, dass die zuständigen Fußballverbände derartiges in diesen Tagen noch akzeptieren. Wassong stellte ein wenig um, Michael Recher sollte die Dreierkette organisieren, Markus Schramm und Tobias Kolf im defensiven Mittelfeld das Spiel strukturieren, während Johannes Schmitz auf der "10" für Kreativität zuständig war.

Zu Beginn spielte Feytal sehr druckvoll und entschlossen, doch nach den überstandenen ersten Minuten fand die SG mehr und mehr besser ins Spiel. Die erste richtige Torchance ergab sich, als Markus Schramm einen Schuss aus 18 Metern mit links nur knapp neben das Tor setzte. Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte gab es nach 20 Minuten zu sehen, als Tobias Kolf sich rechts durchsetzen konnte, quer auf Dominik Poth spielte, der jedoch aus kurzer Distanz am gegnerischen Torhüter scheiterte. Pech hatte er wenig später, als er nach Freistoß von Thomas Mertens nur knapp neben das Tor köpfte.

Feytal war insbesondere nach Standards und langen Einwürfen, die bis in den Fünfmeterraum gelangten, gefährlich. Die beste Gelegnheit vergaben sie, als nach einem Eckball ihr Kapitän völlig frei zum Abschluss kam, aber das Tor nicht traf (25.).

Die Führung für die Hausherren nach einer guten halben Stunde war jedoch verdient, wenn auch durch einen kapitalen Fehlpass begünstigt: Der gegnerische Spieler schickte Markus Schramm auf die Reise, der allein vor dem Torwart die Nerven behielt und zum 1:0 vollendete (35.).

Nach der Pause musste Alexander Seeger wieder verletzungsbedingt ausgewechselt werden, für ihn kam Dennis Otto in die Partie.

Die Gäste stellten nach kurzer Zeit auf drei Spitzen um, jedoch ging dieser Schuss eher nach hinten los, denn damit waren sie anfällig für Konter der SG. Mit der Hereinnahme von Michael Müller gab es neuen Schwung im Spiel der Hausherren, die nun erstklassige Konterchancen bekamen. Sie wurden jedoch allesamt fahrlässig und amateurhaft vergeben. Mit Dominik Poth, Michael Müller und Thomas Mertens hatten gleich drei Spieler die Gelegenheit, frei und alleine vor dem Tor die Vorentscheidung zu erzielen. Allein, der Ball ging jeweils am Tor vorbei oder darüber hinweg.

So kam es wie es kommen musste: Feytal, in der zweiten Hälfte völlig aus dem Spiel, kam zurück: Ein guter Pass in die Spitze, ein Stellungsfehler in der Abwehr, ein Tunnel gegen Keeper Diefenbach und es stand 1:1 (75.).

Feytal war nun wieder drin im Spiel - für Alexander Arns, den Feytaler Mittelfeldakteur, galt das jedoch nur wenige Minuten. Nach einem unglaublich brutalen Nachtreten gegen Johannes Schmitz - ein Glück, das nichts gebrochen war - sah er mehr als zurecht rot. Schade, dass es für die rote Karte keine Steigerung gibt.

Auch wenn sich in der Schlussphase noch Gelegneheiten boten, die hektische Schlussphase beflügelte die Gäste. Sensationellerweise trafen sie mit einem Sonntagsschuss aus 20 Metern auch noch zur Führung. Die wütenden Schlussangriffe brachten nichts ein, so stand es am Ende 1:2, ein Ergebnis, dass niemand so erwarten konnte, und das auch mit nichten verdient war.

Fazit: Eine selten dämliche Niederlage, unnötig, aber auch selbst verschuldet. Die Chancenauswertung bleibt Kreisliga C-würdig, jede Nachlässigkeit in der Defensive wird wie gewohnt vom Gegner konsequent bestraft. Es ist in der Tat zum verzweifeln...

Aufstellung: M. Diefenbach; A. Recher, M. Recher, A. Seeger (ab 46. D. Otto); T. Mertens, T. Kolf, M. Schramm, J. Pauli (ab 70. M. Kastenholz); J. Schmitz; D. Poth (ab 65. M. Müller), M. Halilic

   
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